Lebenshilfe für behinderte Menschen e.V., Region Stendal

 „Miteinander machen wir`s einfach“

 

Suchen

Wie wir wurden - wer wir sind

Nach den politischen Veränderungen 1989 in der DDR fanden sich Eltern von behinderten Kindern, Angehörigen, Freunde und Förderer aus der Stadt Stendal und der Umgebung zu einer Initiativgruppe zusammen, die sich zum Ziel setzte, die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

 

Am 10. Mai 1990 gründete sich der Verein Lebenshilfe für Behinderte e.V., Kreisverband Stendal.

Der Verein übernahm am 1. Juli 1991 einen Sonderkindergarten Stendal, eine Werkstatt für Behinderte in Tangerhütte mit einer Außenstelle in Stendal und das erste Wohnheim für Behinderte in Tangerhütte in seine Trägerschaft.

 

Diese Aktivitäten waren der Startschuss für eine bis heute andauernde erfolgreiche Arbeit an und mit behinderten Menschen. In diesen Einrichtungen wurden insgesamt 156 behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut.

 

Neue Betreuungskonzeptionen entstanden; alle Mitarbeiter nahmen an erforderlichen sonderpädagogischen Zusatzqualifikationen teil.

 

Umfangreiche Investitionen wurden in Millionenhöhe an den Standorten Tangerhütte, Stendal und Uchtspringe investiert. Es wurden für alle Beschäftigten und Betreuten aller Altersgruppen sehr gute Arbeits- und Lebensbedingungen geschaffen.

 

Der Hauptschwerpunkt der Werkstätten ist, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.

 

Der Name des Vereins hat sich im Laufe der Jahre in „Lebenshilfe für behinderte Menschen e.V. Region Stendal“ geändert.

Heute arbeiten hier 337 behinderte Menschen in den Werkstätten, 177 von diesen haben in verschiedenen Wohnformen ihr zu Hause.

Zusätzlich werden 15 Schwerstbehinderte Menschen in der Fördergruppe beschäftigt. Für unsere 17 Senioren gibt es eine Tagesförderung in Stendal und Tangerhütte. In der integrativen Kindertagesstätte „Kunterbunt“ werden 48 behinderte und nicht

behinderte Kinder betreut.

 

Blicken wir nach fast 25 Jahren seit der Gründung der Lebenshilfe zurück, so können wir feststellen, dass Behindertenarbeit in guter Qualität geleistet wird, die mit der Region untrennbar verbunden ist.

 

 

Heidemarie Behrends

 

Gründung der Kreisvereinigung

„Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen e.V.“

Am 10. Mai 1990 fand in Stendal, im Feierabendheim „Jenny Marx“, die Gründungsversammlung der Kreisvereinigung „Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen e. V.“ statt. Ich denke gern und nicht ohne Stolz an diese Zeit zurück.

Wir waren damals alle sehr euphorisch, hatten viele Ideen und wollten nun die Betreuung und Förderung unserer Kinder selbst in die Hand nehmen.

 

Unsere Einladung zur Gründungsversammlung fand eine große Resonanz und wir konnten uns über einen gefüllten Versammlungsraum freuen. Viele Menschen waren gekommen, die gemeinsam mit uns die Lebenssituation von behinderten Menschen verbessern wollten. Eine Vereinsgründung war für uns, aber auch für die Behörden, zu dieser Zeit noch Neuland, es herrschte noch keine Rechtssicherheit und es ist für mich immer wieder bewundernswert, wie wir trotz der vielen Hürden zum Ziel gekommen sind.

Übernahme von Einrichtungen – Aus dem Selbsthilfeverein wurde ein Trägerverein

Nach der ordnungsgemäßen Eintragung in das Vereinsregister und der Wahl des ersten Vorstandes nutzten wir die neu erkämpfte Reisefreiheit, um Kontakte zu bestehenden Vereinen in den alten Bundesländern aufzunehmen und deren Erfahrungen für unsere Arbeit zu nutzen. Seit dieser Zeit verbindet uns eine enge Freundschaft zur Lebenshilfe in Celle, die uns vor allem in den Anfangsjahren immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

 

Nachdem zunächst die Voraussetzungen zum Betreiben von Einrichtungen geschaffen worden waren, bemühten wir uns bei der Stadt- und Kreisverwaltung Stendal um die Übernahme der heutigen integrativen Kindertagesstätte und der WfbM mit Wohnheim in Tangerhütte. Diesem Antrag wurde nach langen Verhandlungen mit den ehemaligen Trägern und den Mitgliedern des Kreistages stattgegeben, und so konnten wir im Juli 1991 diese Einrichtungen übernehmen. Die Übergabe  wurde bei einem feierlichen Akt mit einem zünftigen Kinderfest in Stendal und einem tollen Sommerfest in Tangerhütte besiegelt.

Das Feiern hat seitdem für unsere behinderten Mitarbeiter einen hohen Stellenwert, und es gab und gibt immer wieder Gelegenheiten, sich gemeinsam über Erreichtes zu freuen und ausgiebig zu feiern.

Mit der Übernahme dieser Einrichtungen war der Grundstein für unsere weitere Arbeit, in deren Mittelpunkt das Wohl unserer behinderten Mitmenschen steht, gelegt, und wir konnten nun damit beginnen, unsere Träume und Visionen gemeinsam in die Realität umzusetzen.

 

Hans-Werner Heinrichs